Die Moldau
Im Rahmen unseres jährlichen Besuches der Philharmonie, stand dieses Mal das berühmte sinfonische Werk „Die Moldau“ von Bedrich Smetana auf dem Programm. Es war wieder ein beeindruckendes Erlebnis für alle unsere Kinder, das große Orchester der Württembergischen Philharmonie live zu hören. Die kalte und die warme Quelle, aus denen die Moldau, der längste Fluss Tschechiens entspringt, zu Beginn des Stückes, wurde von den Querflöten und Klarinetten gespielt. Von den Streichern leise begleitet, ließen sie das Wasser musikalisch fließen. Herr Simsa nahm uns mit auf eine Reise durch den Böhmerwald und immer wieder forderte er uns auf, unsere Augen zu schließen um genau zu lauschen, wann welche Instrumente einsetzen. Die Geigen, Bratschen, Celli und Kontrabässe vereinten sich zu einem immer größer werdenden Fluss. Und während die Moldau durch den tiefen Böhmerwald strömte, wurde die Musik kräftiger, das konnte man sich so richtig vorstellen. Die tiefen Streicher und Fagotte nahmen uns mitten in eine dunkle Stimmung hinein. Plötzlich jedoch erklangen fröhliche Jagdsignale der Trompeten, Hörner und der Posaune. In einem Dorf, entlang der Moldau, gab es ein herrliches Hochzeitsfest. Dort wurde Polka getanzt, zweimal links, zweimal rechts und heiter im Kreis herum. Als die Nacht hereinbrach, wurde die Musik leiser, die Streichinstrumente und die Harfe ließen ihre feinen Saiten erklingen und die Feen tanzten im Mondschein über das Wasser. Die Triangel war zu hören, in ihrem hohen und sanften Klang. Es war wie im Märchen. Immer weiter durch den Böhmerwald in Richtung Prag, näherten wir uns den St. Johanns-Stromschnellen. Hier spielte das ganze Orchester in voller Lautstärke. Man konnte das tosende Wasser und die wilden Wellen geradezu spüren. Nachdem die Stromschnellen überwunden waren, wurde der Fluss ruhiger, dennoch blieb die Musik kraftvoll, denn die Burg Vysehard zeigte sich hoch oben über der Moldau. Ritter und andere Gestalten aus vergangener Zeit erschienen vor unseren Augen. Am Ende erreichte die Moldau die Hauptstadt Prag. Noch einmal spielte das Orchester zum großen Finale auf. Alle Instrumente zusammen, erfüllten den ganzen Saal und wir waren mitten drin. Herr Simsa hat uns so wunderbar durch diese besondere Musik geführt und uns ein Teil davon werden lassen, denn einige Kinder wurden zu Jägern, Polkatänzerinnen, Feen, dem Mond, den Rittern, dem glitzernden Fluss und anderen Leuten. Und wir alle wurden zu Hochzeitsgästen und entführt in eine andere Zeit. Und es war, als ob wir selbst durch den Böhmerwald und an der Moldau entlanggewandert wären. Wir werden gerne noch lange an dieses Konzert denken.


























